Plattenfirma

Veröffentlichung unter dem Label ANJOL-RECORDS

Song 1: von wegen

Song 1: von wegen

Song 2: im Raster

Song 2: im Raster

von Johannes Achatz

Zu der CD von Johannes Achatz sind die Titel “Al” und “Im Raster” als gebundene Klavierausgabe erschienen.

Beide Titel sind in einer Ausgabe erhältlich: Preis 6 €.

Johannes Achatz

Angefangen hat alles mit der Slime – Schweineherbst (1994), die ich zu meinem 12ten Geburtstag bekommen habe. Im pubertären Frust suchte ich nach aggressiver Musik mit intelligenten Texten und stellte rasch fest, dass beides zusammen kaum zu haben war. Also begann ich eben Bücher von Leuten zu lesen, die zwar nicht alle intelligent waren, aber es zumindest bis in die Bad Rappenauer Stadtbibliothek geschafft hatten. Und auf der anderen Seite fand ich aggressive Musik im Metallbereich jenseits der Charts und im Jazz. Letzterer ist zwar meist nicht aggressiv, aber oftmals so verschroben, dass ich es damals als Aggression gegenüber den Hörern auffasste.

Da es außerordentlich schwer war an wirklich abgefahrene und zugleich gute Musik zu gelangen, begann ich bald selbst zu improvisieren. Das war erstens billiger als sich neue Musik zu kaufen und außerdem musste man nicht stundenlang in Kaufhäusern stehen und sich verschwitzte Kopfhörer an die Ohren drücken. Dies scheint kein großartiger künstlerischer Schaffenshintergrund zu sein, aber man bedenke, dass damals noch die Bad Rappenauer Stadtbibliothek das Maß aller Dinge war.

Die technischen Möglichkeiten des Yamaha-Kinder-Keyboards waren bald ausgereizt und mit der Zeit wuchsen Hände, Hirn und Ohren, so dass ich bis heute nicht nur viel Musik gehört habe, die so unbekannt ist, dass ich bedenkenlos davon klauen kann; ich habe nebenher sogar einige interessante Bücher gelesen, bin den Kinderschuhen entwachsen und kenne den Unterschied zwischen Cembalo und Klavier.

Ab und an bot sich mir die Gelegenheit in ruhigen Kneipen gegen flüssige Entlohnung zu spielen. Bei diesen Gelegenheiten verließen erstaunlicherweise nur weniger die Kneipe, aber es kamen immer welche die sich den “Schneewalzer”, oder “irgendwas klassisches” wünschten. “Interessant”, dachte ich mir da, “die haben immer noch nicht genug von diesem Kram.” Und in diesem Augenblick wurde mir klar, dass die Nachfrage in diesem Markt gigantisch sein musste. Außer Allgemeinbildung und einer kleinen Sammlung eigener Werke hatte ich nichts, also nichts zu verlieren.

Zwar kann ich bis heute weder den “Schneewalzer”, noch “irgendwas klassisches” spielen, aber für den Anfang sollten eigene Stücke wohl reichen. Falls das gar nicht funktionieren sollte, kann man schließlich immer noch als Alleinunterhalter auf Geburtstagen und SPD-Grillfesten mit Coverversionen von DJ Ötzi brillieren.

Diese Rechtfertigungshaltung als Beilage zur ersten CD-Veröffentlichung mag verwunderlich erscheinen, wenn man jedoch außer einer groben Einordnung in den Jazz-Sektor bei der GEMA nichts vorzuweisen hat, darf man Rezensenten ruhig diese Vorinformationen geben, damit sie nicht beruhigt lächelnd, im Wissen nichts verpasst zu haben, diese CD auf den Haufen “bring ich meiner Oma mit” legen und sich statt zu rezensieren, doch lieber eine alte Brahms Platte, oder wahlweise Manowar anhören.

Natürlich kann man die CD auch seiner Oma schenken, aber legen sie bei dieser Gelegenheit bitte ein gutes Wort für mich ein. Vielleicht steht meine CD dann auch irgendwann mal in der Bad Rappenauer Stadtbibliothek. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. MfG.

VITA
05.06.1982 Geburt in Bad Friedrichshall
08/1988 – 6/1992 Grundschule Bad Rappenau
08/1992 – 7/2003 Hohenstaufen-Gymnasium Bad Wimpfen
09/2003 – 6/2004 Zivildienst
10/2004 Uni
2000 Trommeln